Rekonstruktive Behandlung des penoskrotalen Lymphödems

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Rekonstruktive Behandlung des penoskrotalen Lymphödems

Postby patoco » Sat Jul 19, 2008 12:59 am

Genitale Elephantiasis: Rekonstruktive Behandlung des penoskrotalen Lymphödems durch myokutane M. gracilis-Lappenplastik.

Erfahrungen aus einem District Hospital in Äthiopien

S. Prica1[*], O. F. Donati1[*], D. J. Schaefer2, J. Peltzer1
1 Chirurgie, Hôpital du Jura, Delémont, Schweiz
2 Abteilung Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Klinik für Wiederherstellende Chirurgie, Universitätsspital Basel, Schweiz

Zusammenfassung

Hintergrund:

Die genitale Elephantiasis ist ein Krankheitsbild, welches zu wichtigen funktionellen und ästhetischen sowie psychosozialen Beeinträchtigungen führt. Zur operativen Behandlung des penoskrotalen Ödems existieren seit dem 19. Jahrhundert beschriebene, chirurgisch-ablative Behandlungsansätze. Die meisten Verfahren vernachlässigen jedoch das Einbringen eines neuen Lymphabflusses. Im Folgenden beschreiben wir eine neue Technik zur plastischen Rekonstruktion des durch die radikale Resektion entstandenen Weichteildefektes mittels einer myokutanen M. gracilis-Lappenplastik, wodurch die Lymphdrainage in die tiefe Muskelloge des Oberschenkels gewährleistet wird.

Patienten und Methode:

Im District Hospital „Mettu-Karl-Hospital“ im äthiopischen Regenwaldgebiet Illubabor wurde während einem halben Jahr an 9 Patienten mit grotesker genitaler Entstellung durch die genitale Elephantiasis die erwähnte Operationsmethode durchgeführt. In unserem Patientenkollektiv fanden sich in 2 Fällen Patienten mit einem kombinierten penoskrotalen Lymphödem, die restlichen 7 Patienten präsentierten sich mit einer isolierten, aber entstellenden Manifestation der skrotalen Elephantiasis. Bei allen Patienten wurde nach der radikalen Exzision eine rekonstruktive Weichteildeckung mittels myokutaner M. gracilis-Lappenplastik durchgeführt. Sämtliche Patienten wurden nach 3 Monaten und nach einem Jahr postoperativ in Anwesenheit eines Dolmetschers nachkontrolliert.

Ergebnisse:

Alle 9 Patienten zeigten in der 3-Monats-Kontrolle ein infektfreies Einheilen des Neoskrotums mit ästhetisch und funktionell ansprechendem Resultat. In der Jahreskontrolle bestätigten sich diese Resultate, und es zeigten sich keine Anzeichen eines Rezidivs. Alle Patienten berichteten über ein Ausbleiben von Harnwegsinfekten sowie eine normale Kohabitationsfähigkeit, wobei jedoch keine Aussagen bezüglich Fertilität gemacht werden konnten. Eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität zeigte sich in der wieder gewonnenen Geh- und Arbeitsfähigkeit und somit der Reintegration der Patienten in ihr sozioökonomisches Umfeld.

Schlussfolgerung:

Die radikale Exzision mit anschließender Verlagerung des Lymphabflusses in die nicht befallene, tiefe Muskelloge durch einen myokutanen Lappen therapiert das genitale Lymphödem rezidivfrei. Die dabei erreichte plastische Weichteildeckung zeigt ästhetisch und funktionell ansprechende Resultate. Die entwickelte Operationstechnik wird weiterhin erfolgreich von zwei in dieser Methode geschulten äthiopischen Chirurgen weitergeführt.

Schlüsselwörter
Genitalien - gestielte Lappenplastiken

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